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Glattgeschliffen bis hin zur völligen Ornamentlosigkeit präsentieren sich die drei ovalen Flachdachbauten des Stuttgarter Architekten Hartwig Schneider. Ansatzlos, ohne Sockel und ohne Dachabschluss stehen die Baukörper auf dem Platzasphalt und erweisen in ihrer Askese der an alter Bausubstanz reichen Altstadt ihre Referenz. Denn befänden sie sich nicht vor einer historischen Stadtkulisse, hielte man sie gewiss für irgendwelche Industriebauten, zumal auch der Architekt selbst Wert auf den Werkstattcharakter seiner Bauten gelegt hat. „Eine schöne Kunstgarage“ urteilte daher die Stuttgarter Zeitung anlässlich der Eröffnung – und dies war keineswegs abwertend gemeint. 2012 erhielten die Bauten den renommierten „Hugo-Häring-Preis“ für moderne Architektur.

Zwischen Galerie und Kunstschule ragt Olafur Eliassons Skulptur 'Pavillon für Waiblingen' aus dem Jahr 2009 fast sechs Meter in die Höhe. Die großformatige Plastik aus emporstrebenden, teils verspiegelten Metallbögen, die sich in mehreren Wölbungen nach unten und außen biegen, ist eine Schenkung der Eva-Mayr-Stihl-Stiftung.

Im Gebäude mit der auffälligen Lamellenfassade befinden sich das Galeriecafé 'Disegno' und im Obergeschoss die Verwaltung der Galerie. Hier, direkt am Wasserlauf des in den 1960er-Jahren verfüllten Mühlkanals, stand einst die Häckermühle (auch Mittlere- oder Heinrichsmühle genannt). Seit 1555 nachweisbar, lag das Mühlengebäude früher 250 m weiter flussaufwärts. Die Mühle wurde 1749 von der Stadt verkauft und war zuletzt im Besitz der Familie Häcker. Ab 1959 diente die Mühle der Stromgewinnung und stellte 1966 den Mahlbetrieb endgültig ein. 1979 wurde das Anwesen von der Stadt zurückgekauft und 2008 für den Neubau abgrissen. Die ursprüngliche Idee, das historische Mühlengebäude zu sanieren und in das Ensemble der Galeriegebäude zu integrieren, konnte aufgrund des schlechten Bauzustandes nicht realisiert werden.

Abb.: Blick auf den heutigen Galerieplatz vom gegenüberliegenden Remsufer, Foto aus den 1950er Jahren. Rechts das Wirtschaftsgebäude der 'Häckermühle', links davon das ehemalige Mühlengebäude am Mühlkanal (heute Galeriecafé 'Disegno' und Verwaltung der Galerie Stihl Waiblingen); Archiv Heimatverein Waiblingen (Fotoarchiv Schwarzmaier)

 

Weiterführende Links:

Galerie Stihl Waiblingen

Kunstschule Unteres Remstal

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