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Projektgruppenleiter Reinhold Kießling und Heimatvereins-Vorsitzender Wolfgang Wiedenhöfer haben am 14. Juli 2016 Oberbürgermeister Andreas Hesky die Dokumentation zur restauratorischen Untersuchung der Waiblinger Siechenhauskapelle überreicht.

Spektakuläres Ergebnis der, von der Firma Mäule und Krusch durchgeführten und aus Vereinsmitteln (u.a. mit dem Gewinn des letztjährigen Weihnachtsrocks) finanzierten Untersuchung von Außenfassade und Innenraum: Die, in alten Berichten immer wiederkehrenden, Hinweise auf Hagioskope in der Westwand konnten durch Sondagen verifiziert werden. Diese, auch 'Lepraspalten' genannten, Mauerdurchbrüche im mittelalterlichen Kirchengebäude erlaubten von außen den Blick ins Innere der Kirche und auf den Altar. Die 'Aussätzigen' konnten so am Gottesdienst teilhaben ohne den Innenraum der Kapelle betreten zu müssen und die dort Anwesenden anzustecken. 

Die Siechenhauskapelle, eines der ältesten Gebäude der Stadt Waiblingen aus dem Jahr 1473, birgt aber noch weitere spannende Details. So konnten Farbspuren nachgewiesen werden, die auf eine frühere Innenausmalung hinweisen. Auf der Südwand sind Reste eines großformatigen Wandbildes mit figürlichen Darstellungen nachweisbar. Vom einstmals wandfüllenden Gemälde sind noch drei, in den Verputz geritzte, Umrisse von Heiligenscheinen und weitere Farbfragmente erhalten. Auch wurde ein Handabdruck im Verputz entdeckt, der sich mit großer Wahrscheinlichkeit im ursrpünglichen Altputz aus dem 15. Jahrhundert befindet.

Wer in die spannende Baugeschichte der Waiblinger Siechenhauskapelle eintauchen möchte ist herzlich eingeladen, vor Ort an einer Führung teilzunehmen. Termine siehe Veranstaltungsprogramm.

Reinhold Kießling, Wolfgang Wiedenhöfer und Oberbürgermeister Andreas Hesky bei der Übergabe der Dokumentation (Bild: B.Mayer)

Die spannenden Untersuchungsergebnisse werden interessiert diskutiert (Bild: B.Mayer)