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Der Marktplatz liegt zentral in der Altstadt zwischen den beiden Hauptstraßen, der Lange Straße im Westen und der Kurze Straße im Osten. Er ist schmal und verhältnismäßig klein (ca. 8,60 Ar). In jüngster Zeit sind an den Bürger- und Geschäftshäusern die Fachwerke freigelegt worden.

Zu einem Markt gehört seit alters her ein Marktbrunnen. Der Marktbrunnen, auch Justitiabrunnen genannt, gilt als der älteste Laufbrunnen der Stadt. Er ist mit der barocken Figur der Justitia, der Göttin der Gerechtigkeit , aus dem Jahr 1688/89 geschmückt. Die barocke Brunnenfigur wurde 1964 durch eine Kopie des Bildhauers Schönfeld ersetzt. Sie trug von Anbeginn an keine Augenbinde. Ihr Vorhandensein samt Schwert und Waage war sichtbare Mahnung, deutlich Recht und Unrecht abzuwägen. Erbaut worden ist der Brunnen vor 1634, erstmals schriftlich erwähnt wird er 1640. Einstmals leiteten hölzerne Teichelrohre, später tönerne Röhren das Wasser aus der Wasserstuben-Quelle aus der Talstraße zum Marktplatz. Ihre eiserne Manschette rührt von einem Bubenstreich von 1906: eines nachts wurde ihr der Arm mit der Waagschale abgeschlagen und in den Brunnen geworfen. Angeblich in derselben Nacht noch soll ein Schmied ihre eiserne Manschette angefertigt haben, sodaß sie tags darauf wieder ordentlich ihre Waage hielt. Nicht belegt ist, ob der Brunnen schon vor dem Stadtbrand über eine Brunnenfigur verfügt hat. Wenn, dann wurde sie vermutlich beim Brand zerstört. Justitia steht seit der Brunnenrenovierung im März 1688 auf ihrem Sockel. (Größe 1,78 m aus Kernsandstein, anfangs öfters mit Ölfarbe angestrichen)

Gegenüber des Marktbrunnens befindet sich das Alte Rathaus, das bis 1875 der Stadtverwaltung diente. Heute sind seine Arkaden freigelegt.

Hinter dem Marktbrunnen, liegt der restaurierte Fruchtkasten der ehemals geistlichen Verwaltung.

Im früheren Amtsgericht, dem großen Gebäude auf der gegenüberliegenden Stirnseite des Platzes (Marktplatz 1), wohnte im 19. Jahrhundert  der Oberamtsrichter Karl Mayer, der in dem verzierten Barockerker auch Besuch von seinen Dichterfreunden Eduard Mörike und Nicolaus Lenau empfing.

Abb.: Wochenmarkt auf dem Waiblinger Marktplatz, Blickrichtung vom Marktbrunnen. Aufnahme aus den 1950er Jahren (Heimatverein Waiblingen e.V., Fotoarrchiv Schwarzmaier)

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