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Heimat zum Anfassen: Das Waiblinger Stadtmodell

Das „Haus der Stadtgeschichte“, das historische Museum der Stadt Waiblingen in der Weingärtner Vorstadt, wurde im Mai 2014 im Rahmen der Heimattage Baden Württemberg nach umfassenden Umbauarbeiten mit neuer Ausstellungskonzeption wiedereröffnet. Zu diesem Anlass projektierte der Heimatverein Waiblingen ein Stadtmodell als Kunstwerk im öffentlichen Raum. Die originalgetreue Nachbildung der Waiblinger Altstadt bespielt den neu gestalteten Eingangsbereich des Hauses der Stadtgeschichte, gegenüber der Galerie Stihl Waiblingen und der Kunstschule Unteres Remstal, und ist Ausgangspunkt für Stadtführungen, touristischer Anziehungspunkt für Besuchergruppen aus Nah und Fern und gibt Waiblinger Bürgern die Möglichkeit, ihre Stadt neu zu entdecken. 

Waiblinger Stadtjournal 2014/II: Bericht zur Übergabe des Stadtmodells am 20.12.2014 (mit freundlicher Genehmigung des Filmklub Waiblingen)

Auf Fingerkuppen durch die Straßen spazieren. Die Anordnung der Straßen und Plätze ertasten. Größenunterschiede zwischen Häusern und Kirchen erkennen. Architektur und Stadtgeschichte begreifen und verstehen. Wenn Bewohner und Besucher zum ersten Mal eine Stadt „befühlen“ können, so ist dies für sie eine ganz neue Erfahrung. Der Bildhauer Egbert Broerken aus Westfalen fertigt seit über 20 Jahren maßstabgetreue Architekturmodelle, die als Bronzeskulpturen Kirchen, Häusergruppen und ganze Altstädte ertastbar und somit in ganz besonders sinnlicher Art und Weise erlebbar machen. Mittlerweile stoßen diese Miniatur-Stadtansichten in 120 deutschen, schweizerischen und niederländischen Städten auf große Resonanz - eröffnen sich doch durch den ungewöhnlichen Blickwinkel vollkommen neue Perspektiven - und sind beliebte Anziehungspunkte für Einheimische und Touristen. Doch nicht nur den Sehenden erschließen sich die Broerkerschen Kunstwerke: öffentliche und stadthistorisch bedeutende Gebäude sind mit Blindenschrift, der 1825 von Louis Braille entwickelten sogen. „Brailleschrift“ aus Punktmustern, die mit den Fingerkuppen ertastet werden können, gekennzeichnet und bieten so blinden und sehbehinderten Mitbürgern Orientierung im Stadtbild.

Das ambitionierte Projekt wurde nach über 2-Jähriger Vorbereitungsphase vom Heimatverein umgesetzt, die Kosten von ca. 30.000 EUR wurden vom Verein selbst und von Waiblinger Bürgern, Firmen und Stiftungen getragen.

"Die ganze Altstadt begreifen" Bericht zur 500 EUR-Spende der KSK WN für das Stadtmodell, Staufer-Kurier vom 25.4.2013, Autorin: Birgit David

"Demnächst: Stadtmodell, zum Begreifen gemacht" Bericht zur 10.000 EUR Spende der Eva Mayr-Stihl Stiftung, StK vom 2.10.2014, Autorin: Gaby Greiner

Das Waiblinger Stadtmodell im Maßstab 1:600 hat eine Größe von ca. 90 x 120 cm und ist das Ergebnis eines hochkomplexen künstlerischen und handwerklichen Schaffensprozesses. Nach Katasterplänen, Luftbildern und Fotos fertigte Egbert Broerken zuerst eine zweidimensionale Skizze um einen Eindruck zu bekommen, was später im dreidimensionalen Modell entstehen sollte, welche Häusergruppen und Straßenzüge noch berücksichtigt werden mussten und wo die Grenzen der Stadtanlage für das Modell gezogen werden sollte. Das Waiblinger Stadtmodell bildet die Altstadt zwischen Stadtgraben, Weingärtner Vorstadt, Galerie Stihl, Talaue, Kirchenhügel und Postplatz ab. In einem zweiten Schritt wurden alle Häuser, Grünanlagen, Straßen und Plätze fotografiert und ausgewertet, um später eine möglichst realitätsgetreue Wiedergabe zu ermöglichen. Hierbei erfasste der Künstler auch kleinste Details wie Dachfirste, Gauben, Giebel und Treppen, kletterte auf Dachböden und Kirchtürme, vermass Stockwerks- und Traufhöhen, um ein Gefühl für typische Merkmale der Stadt, für regionale Besonderheiten und für die historisch gewachsenen Strukturen zu bekommen, die später in das Modell so weit als möglich einfließen sollten. Der technische Prozess der Herstellung des Modells beginnt mit dem groben Anlegen der Gebäudeblöcke aus Kunststoff, die dann in langwieriger Feinarbeit, mit Hilfe der vor Ort erfahrenen Inspiration und Information, in detailreiche Einzelgebäude verfeinert und abschließend mit einer feinen Wachsschicht überzogen werden. An dem so entstandenen Modell können in Abstimmung mit den Auftraggebern noch Änderungen vorgenommen und die endgültige Form festgelegt werden. So können z.B. zuküftige Veränderungen im Stadtbild durch die Berücksichtigung von Bauplänen und Entwürfen schon berücksichtigt werden.

"Eine Stadt zum Anfassen" Bericht der WKZ vom 31.1.2014 zur Präsentation des Stadtmodells, Autor: Andreas Kölbl

Der Guß des Waiblinger Modells erfolgte im Oktober/November 2014. Am 20. Dezember 2014 wurde es, im Beisein vieler Stifter und unter großem Interesse der Bevölkerung, von Oberbürgermeister Andreas Hesky und Heimatvereinsvorstand Wolfgang Wiedenhöfer enthüllt und der Waiblinger Bürgerschaft übergeben.

"Rundgang auf Fingerspitzen" Bericht zur Übergabe des Waiblinger Stadtmodells, StZ vom 22.12.2014, Autorin: Annette Clauß

"Mit den Fingern oder im Geiste durch Straßen und Gassen spazieren" Bericht zur Übergabe des Waiblinger Stadtmodells, StK vom 23.12.2014, Autorin: Birgit David

Weitere Presseberichte zum Waiblinger Stadtmodell finden Sie in unserem Pressearchiv. Gerne stehen wir Ihnen zu Rückfragen zu diesem und anderen Projekten auch persönlich zu Verfügung, Ansprechparnter ist Herr Wolfgang Wiedenhöfer, Tel. 07151 9815775 oder Mail: wiedenhoefer@hvwn.de

Die Stifter des Waiblinger Stadtmodells:

Eva Mayr-Stihl Stiftung
Bürgerstiftung Waiblingen
SVA System Vertrieb Alexander
Blinden- und Sehbehindertenverband Württemberg e.V. Bezirksgruppe Rems-Murr
Kreissparkasse Waiblingen
L-edv Lorleberg
Volksbank Stuttgart eG
Wolfgang und Eveline Evers
Beate Mayer
Wolfgang Wiedenhöfer
Familie Josef und Edda Denk
Armin und Sigrid Bauer
Elektrohaus Bauer - seit 1903
Deihle Metallbau GmbH
Fessmann Holzbau
FIWO Wohnbau GmbH
Sanitätshaus Gunser GmbH
Klett MINT GmbH
Thilo Klopfer
Adolf Oppenländer
Stadtwerke Waiblingen GmbH
Strähle Raum-Systeme GmbH
Markus Strohmaier, mzwei GmbH Werbeagentur
Dr. Dierk Suhr
Ullrich Villinger, Waiblinger Kreiszeitung
WTM GmbH Waiblingen
BAYH und Partner
Dr. Sybill Taulien

Wir danken Herrn Oberbürgermeister Andreas Hesky und Herrn Michael Gunser, Stadt Waiblingen, für ihre Unterstützung bei der Realisierung des Projekts.