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Die Naturalabgaben für das Kirchengut wurden früher hier im 'Fruchtkasten' (Scheuer) der Geistlichen Verwaltung gelagert. Der Bau stand bis zum Stadtbrand 1634 direkt an der Schloßmauer (Mauerrest auf der Rückseite). Die Ruine wurde 1654 wieder überbaut, 1715 verkauft und 1767 als Wohnhaus um- und ausgebaut. Spätestens um 1780 erhielt das Fachwerkhaus die, 1983 bei einer umfassenden Sanierung wieder freigelegte, charakteristische Quaderbemalung, die ein Steinhaus vortäuschen sollte.

Das barocke Portal an der Seitenfront zur Kurzen Straße wurde erst später von der Giebelseite am Marktbrunnen hierhin versetzt um das dem Marktplatz zugewandte Erdgeschoss als Verkaufsraum nutzen zu können. Sein Schlußstein (u. a. Kreuz) erinnert an die ehemalige Verwendung als Kirchengut. An der Hauskante befindet sich ein Kragstein mit Löwenkopf. 

Von der Mitte des 19. Jahhunderts an bis 1905 war das Gebäude im Besitz der Konditorfamilie Kayser (später Kaiser). Hier verkaufte ab 1849 der Konditor Friedrich Gottlob Kayser selbstgefertigte Hustenkaramellen mit dem Namen „Pflastersteine“. Sein Sohn Theodor Kaiser verfeinerte das Rezept mit Extrakten aus Tannennadeln und erfand so die berühmten „Kaiser’s Brust-Caramellen mit den 3 Tannen“.

Abb.: Historische Aufnahme der "Konditorei Kayser", Aufnahmedatum vermutlich vor 1898 (Ausschnitt); Foto: Fa. Kaiser

"Töte die Fliege sonst tötet sie dich". Vom Hustenbonbon zur Insktenfalle: Die Waiblinger Firma Kaiser

Weiterführende Links:

Fr. Kaiser GmbH · 3 Tannen-Werk

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