![]() |
|
||||
|
Diskussion zum " Staufermythos" |
|||||
|
Programm 2010 |
Der
Heimatverein fordert: Zum Kern des Mythos vordringen!
Der
Heimatverein begrüßt das Zustandekommen dieser Ausstellung, weil hier
ein Thema untersucht wird, das für das Selbstverständnis der Bürger in
Waiblingen in den zurückliegenden Zeiten bis heute immer wieder wichtig
war und ist. Vieles heute nicht mehr Haltbare wird hier zu
Recht aufgedeckt. Die Ausstellung zeigt, daß Geschichte etwas Lebendiges
ist. Fakten werden entsprechend der jeweiligen historischen Situation
unterschiedlich interpretiert. Nicht nur im 19. und 20. Jahrhundert war
Geschichtsschreibung mit politischen Interessen verwoben. Zugleich
wirft die Ausstellung freilich in logischer Konsequenz die Frage auf, was
es denn nun wirklich mit den Staufern auf
sich hatte: Ein Mythos hat meist einen realen Kern. Was können wir sicher
sagen über die Beziehungen der Staufer zu unserer Stadt? In
aller Kürze seien drei unbestrittene Tatsachen aufgeführt: 1.)
Der Stauferkaiser Friedrich Barbarossa (1152
- 1190) veranlasst seinen Onkel, Bischof Otto
von Freising, in einer Schrift um 1157 zu verkünden, sein Geschlecht (das
erst später „Staufer" genannt wurde) stamme von den „Heinrichen
von Waiblingen“ ab. 2.)
Mit dieser Namensgebung kann Otto nur dasjenige Herrschergeschlecht
gemeint haben, das später die „Salier“ genannt wurde: Denn nur dieses
Geschlecht hatte sowohl „Heinriche“ in
seiner Familie (Heinrich III., IV. und
V., im 11.und 12. Jahrhundert) als auch
Beziehungen zu Waiblingen. Von Heinrich IV. ist mindestens eine große
Urkunde bekannt, in der Waiblingen im Zusammenhang mit Winterbach im Remstal
genannt wird. Deshalb sind keine Zweifel möglich, dass
dieses Waiblingen im unteren Remstal gemeint
war, nicht ein anderer Ort dieses Namens. 3.)
Barbarossa hat dann auch tatsächlich von sich selbst und seiner Familie
als den „Waiblingern“ gesprochen, sich
nicht „Staufer“ genannt nach seiner Stammburg. Das wird dadurch
bewiesen, dass die Bürger der Städte in Norditalien, mit denen er häufig
gekämpft hat, ihn und seine Anhänger die „Ghibellinen“
nannten, was nur eine italienisierte Form
des Namens „Waiblinger“ ist. Zuerst war
das schon zu Barbarossas Lebzeiten in Florenz der Fall. An
die Feststellung dieser Tatsachen knüpfen sich zwei Fragen: 1.
Was hat Barbarossa und Otto zu dieser Namensgebung veranlasst? 2.
Ist es berechtigt, den Staufern weiterhin einen wichtigen Platz in
der öffentlichen Erinnerung in Waiblingen einzuräumen? Die Ausstellung sollte eine ausführliche Diskussion anstoßen, um bis zum Kern des Mythos vorzudringen. An dieser will sich der Heimatverein gern auch beteiligen. Nach unserer Auffassung müssen die Staufer auch weiterhin einen wichtigen Platz in der Geschichte der Stadt behalten. Vor übereilten Schlußfolgerungen sei ausdrücklich gewarnt! Wenn wir die beiden Fragen auch nicht stichhaltig beantworten können, muß die bisher zugrundeliegende Überlieferung deshalb nicht verworfen werden. |
||||
|
Altstadt- Führungen |
|||||
|
Veröffent- lichungen |
|||||
|
Schriften- reihe |
|||||
|
Mehrtages- reisen |
|||||
|
Bücherei Archiv |
|||||
|
Vorstand |
|||||
|
Satzung |
|||||
|
Startseite |
|||||
Mögliche
Diskssionsgedanken
|
|||||
| zurück zur Startseite | zum Anfang | ||||